Kommunikative Demokratie


Kommunikative Demokratie

 

Viele sagen, die repräsentative Demokratie sei in der Krise. Die Wahlbeteiligung sinkt und ebenso das Vertrauen der Bürgerinnen in Parteien und Politiker. Viele haben das Gefühl, ihre Stimme sei nichts mehr wert. Und manche melden sich umso lauter zu Wort, in Protesten, in Bürgerinitiativen und in mal mehr, mal weniger durchdachten öffentlichen Beteiligungsverfahren.


Evolution der Demokratie durch Kommunikation


Wir sind überzeugt: Demokratie ist erst dann am Ziel, wenn nicht nur alle BürgerInnen ihre Stimme für eine Partei abgeben, sondern wenn ihre Stimmen auch Gehör finden. Deshalb ist Demokratie für uns vor allem eine Frage gelingender Kommunikation. Dabei geht es uns gerade nicht um gute PR für mittelmäßige Politik, sondern um einen gleichberechtigten und ungehinderten Austausch von Informationen, Ansichten und Empfindungen. Eine kommunikative Bürgerdemokratie, für die wir uns engagieren, ermöglicht es Menschen weit gehend unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer Bildung und ihrem sozialen Status das gesellschaftliche Leben aktiv mitzugestalten. Eine solche Demokratie fördert also eine umfassende Kommunikation zwischen BürgerInnen untereinander sowie mit staatlichen Institutionen. Verschiedene Methoden und Gelegenheiten zur Kommunikation erleichtern es so, die Wünsche und Bedürfnisse jedes Einzelnen zu Gehör zu bringen und in politisches Handeln einfließen zu lassen.



Vermittlung zwischen ,unten‘ und ,oben‘


Einige Möglichkeiten und Instrumente einer intensiven politischen Kommunikation gibt es bereits. Der Verein ,Kommunikative Demokratie‘ setzt sich nun aber dafür ein, diese weit umfassender als bisher zu nutzen und darüber hinaus neue zu erschließen. Er sieht eine seiner Aufgaben in der Vermittlung zwischen denen 'da unten' und denen 'da oben'. Denn gelingt es, zwischen Menschen einen Dialog auf Augenhöhe zu ermöglichen, dann verlieren tatsächliche und scheinbare Gegensätze an Bedeutung. Oben und unten, Elite und ,einfache‘ Bürger, Gebildete und Ungebildete, Metropole und Provinz, Junge und Alte, Establishment und Kritikerinnen stehen dann nicht mehr auf unterschiedlichen Seiten des gesellschaftlichen Spektrums. Stattdessen hören sie einander zu, lernen voneinander und arbeiten zusammen daran Probleme zu lösen, die sie als gemeinsame Probleme erkannt haben.


Auf unterschiedlichen Feldern wollen wir uns für die Weiterentwicklung, für die Evolution unseres politischen Systems zu einer Demokratie von allen für alle einsetzen. Bei diesem Engagement leiten uns drei Grundsätze:


1. Mut statt Angst


Mit unserer Arbeit wollen wir den Mut zur Veränderung, zur Gestaltung der eigenen Zukunft, zur Übernahme von Verantwortung, aber auch zum Angewiesensein auf andere, kurz den Mut Demokratie zu leben, stärken. Wir möchten den kreativen, fröhlichen und hoffnungsvollen Austausch über die Demokratie von Morgen unterstützen, statt in den Abgesang auf die Demokratie von gestern und heute einzustimmen.


2. Demokratie nicht nur als Staatsform, sondern auch als Lebensform


Eine mutige Demokratie, die sich den ständigen Austausch aller mit allen darüber, was aus ihr werden soll, zum Prinzip macht, wäre weit mehr als eine staatliche Organisationsform. Es wäre eine Art den gesellschaftlichen Alltag zu bestreiten, eine Art zu leben. Wir wollen all jene unterstützen, die sich heute und morgen dafür einsetzen, ein solches Demokratieverständnis zu stärken und in alle Bereiche der Gesellschaft zu tragen.


3. Gemeinsam erarbeitete Visionen statt Konzepte vom Reißbrett


Bei alledem wollen wir aber den Begriff einer ,kommunikativen Bürgerdemokratie‘ nicht als fertiges Leitbild oder Vorgabe betrachten. Stattdessen möchten wir gemeinsam mit allen, denen daran gelegen ist, Visionen einer Demokratie der Zukunft erarbeiten. Denn eine Demokratie ist nie vollendet, sondern lebt einzig und allein vom Willen der Menschen, sie zu gestalten und zu erneuern.

unsere Ziele

©2014-2017 Kommunikative Demokratie e.V.

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